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Auf dem Prüfstand: THW in Reklassifizierung gestartet

Der Helikopter mit den Einsatzkräften der Schnell-Einsatz-Einheit Bergung Ausland (SEEBA) ist im fiktiven Erdbebengebiet gelandet. Denn heute früh begann die internationale 48-Stunden-Übung „ACHILLES 2017“ im schweizerischen Genf. Für die SEEBA ist dies jedoch mehr als „nur“ eine Übung: Internationale Experten prüfen, ob sie dem internationalen Standard – den INSARAG Guidelines – entspricht und erneut reklassifiziert wird.

Ein Erdbeben der Stärke 7,1 hat die Republik Jureneva erschüttert, mehr als 1000 Personen haben ihr Leben verloren, 3000 Menschen sind verletzt und weitere Tausende werden unter den Ruinen ihrer Wohnhäuser vermisst. So lautet das Einsatzszenario, dem sich die SEEBA-Kräfte gemeinsam mit weiteren Rettungsorganisationen aus der Schweiz, Deutschland und Frankreich in den kommenden zwei Tagen stellen.

Von der Einreise ins Katastrophengebiet über das Orten der Vermissten mit Suchhunden bis zur Zusammenarbeit der Einsatzkräfte mit den örtlichen Behörden – bei der Übung wird ein kompletter Einsatzablauf simuliert. Dabei begutachten internationale Prüfer der UN das Können und das „Know-How“ der insgesamt 73 SEEBA-Kräfte.

Was genau auf die SEEBA-Kräfte in dem fiktiven Staat Jureneva zukommt ist – wie bei einem richtigen Erdbebeneinsatz – für das Team ungewiss. In zahlreichen Übungen haben sich die Einsatzkräfte allerdings auf die Reklassifizierung vorbereitet. Dabei trainierten sie beispielsweise den Umgang mit Betonkettensäge, Ringsäge oder Plasmaschneider. Ebenso suchten sie Vermisste mit technischem Gerät wie etwa der Search-Cam oder mit Suchhunden. Außerdem retteten sie Personen aus Höhen sowie Tiefen, erlernten die medizinische Erstversorgung von Verletzten und trainierten, wie sie Gebäudeteile richtig abstützen. Darüber hinaus galt es für die Ehrenamtlichen, die Abläufe zu üben und die einzelnen Helferinnen und Helfer zu koordinieren. Dazu waren vor allem die Führungskräfte der SEEBA gefragt.

Für die Großübung in der Schweiz brachen die THW-Auslandskräfte bereits am Sonntag in einem Konvoi aus 15 Fahrzeugen in die Schweiz auf. Mit dabei: die gesamte für einen Erdbebeneinsatz wichtige materielle Ausstattung sowie acht Suchhunde. Den ersten Übungs- und damit auch Prüfungsteil stellte allerdings erst die Einreise heute Morgen in das „Katastrophengebiet“ dar. Vor Ort werden die Ehrenamtlichen ein Basislager aufschlagen und Kontakt zu den örtlichen Behörden und Vertretern der Vereinten Nationen aufnehmen. In den darauffolgenden zwei Tagen werden die UN-Prüfer das Einsatzteam, die technische Ausstattung, die Einsatztaktik und die Führungs- sowie die Kommunikationsstrukturen der SEEBA genau unter die Lupe nehmen. Nach 36 Stunden suchen, bergen, retten, versorgen, abstützen, führen und koordinieren steht am Dienstagabend fest, ob die SEEBA reklassifiziert wurde.

Die Reklassifizierung findet regelmäßig alle fünf Jahre statt. Erstmals klassifizierte die International Search und Rescue Advisory Group (INSARAG) die SEEBA als sogenanntes „Heavy Team“ im Jahr 2007. Die INSARAG ist ein Gremium innerhalb der UN und setzt sich aus Katastrophenschutzexperten aus mehr als 80 Ländern zusammen.

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